am 28.08.2003 / in zitate & fakten
Zuerst musste die Danwei zustimmen, die Arbeitseinheit. Oft kam es vor, dass einem „nahe gelegt” wurde, doch später zu heiraten und erst einmal einen Beitrag zum Aufbau des Sozialismus zu leisten. Ohne Zustimmungserklärung des Betriebes jedenfalls lief gar nichts. Dann war das Nachbarschaftskomitee zu befragen. Der zumeist aus verdienten Rentnern bestehende Verein ist in den meisten Wohngebieten präsent. Die rüstigen Alten überwachten lange die politische Zuverlässigkeit der Bürger, aber auch die Sittlichkeit. Tauchten Zweifel an den redlichen Absichten und der Moral der jungen Leute auf, verweigerten sie auch mal den notwendigen Stempel für die Heirat. Lästig waren auch die ärztlichen Untersuchungen, erinnert sich Li. Wer ein ernstes Gebrechen oder gar Aids hatte, durfte ebenfalls nicht heiraten. Jetzt will der Staat die Heirat vereinfachen.
am 27.08.2003 / in zitate & fakten
Obwohl der Aufprall gefilmt wurde, gingen die verantwortlichen Nasa-Ingenieure nicht von einer Gefährdung der Raumfähre aus. Ein Flugdirektor schrieb den Astronauten per E-Mail, es gebe „überhaupt keinen Anlass zur Sorge”.
Die Ermittlungen ergaben auch, dass Mitarbeiter während der Mission Satellitenaufnahmen von der „Columbia” sehen wollten, um die Schwere des Schadens beurteilen zu können. Ihre Forderung wurde jedoch nicht aufgenommen.
Wäre die Gefahr ernst genommen worden, hätten die Astronauten womöglich gerettet werden können. Chefermittler Harold Gehman sagte im Mai, die Nasa hätte eine weitere Raumfähre ins All schießen können, um die Crew aus der „Columbia” zu befreien.
am 26.08.2003 / in zitate & fakten
Weil die Eissporthalle im Ostragehege durch das Hochwasser vom August vergangenen Jahres stark beschädigt wurde und außerdem noch im hochwassergefährdeten Gebiet steht, erhält die Stadt aus dem Fluthilfefonds 12,5 Millionen Euro für einen Ersatzneubau plus weitere vier Millionen Euro für ein Funktionsgebäude. Aber nicht mehr. Ob eine Halle überhaupt für das Geld gebaut werden kann, sollte eine Machbarkeitsstudie klären. Sie hat allein 155 000 Euro gekostet. Ihr Fazit: Es ist möglich, wenn auf jeden Schnickschnack verzichtet und die Halle recht kompakt gebaut wird.
Was machte die Stadtverwaltung? Sie nahm in die Ausschreibungsunterlagen gleich noch eine Ballspielhalle hinein. Die wird zwar dringend benötigt, nur ist völlig unklar, wie sie bezahlt werden soll. 52 500 Euro hat die Stadt allein für das Preisgeld ausgegeben. Der gesamte Wettbewerb, an dem sich 132 Büros beteiligt hatten, dürfte noch mal so viel gekostet haben.
am 25.08.2003 / in zitate & fakten
Marketing-Chef Christian Claussen wird nicht müde, den Künstlern die Architektur der Glasfabrik zu erklären. Er zeigt auf die Fertigung, sagt, dass dort alle Handgriffe geplant seien und die Formen deshalb rechteckig, kantig, digital. Auf der anderen Seite des Raumes steht eine Kugel, die einen Durchmesser von zwölf Metern hat und begehbar ist. Sie symbolisiere das Menschliche, Runde, Analoge. Und er sagt auch, dass sich das Gebläse während des Konzertes nicht abschalten lässt. Das Grundrauschen bleibt also, „sonst fällt alles zusammen„.
Außer der Suche nach Inspiration sind es vor allem die Rahmenbedingungen der Aufführung, die die jungen Komponisten an diesem Wochenende umtreibt. Die Produktion läuft weiter, erfahren sie, die Männer in weißen Schutzanzügen laufen trotz Musik hinter den Glasscheiben hin und her und tun hinter dem Rücken des Publikums das, was Autobauer „Hochzeit” nennen: Sie montieren Achsen und Unterboden an die Phaeton-Karosserie. Deshalb surren auch die Fahrstühle weiter, während das Orchester spielt.
am 23.08.2003 / in zitate & fakten
Das habe ich so nicht gesagt. Aber vor zwanzig Jahren hatte ich es in der Tat etwas anders gesehen. Da glaubte ich durchaus daran, dass die bemannte Raumfahrt einen in Geld messbaren Nutzen bringt. Heute bin ich da etwas anderer Meinung. Brauchen wir die bemannte Raumfahrt ? das ist aber dennoch eine ganz speziell deutsche Frage. Die stellt sich so für Russen und Amerikaner nicht, nicht für die Chinesen und inzwischen einige andere. Die Frage ist: Will ich dabei sein, oder will ich es nicht? Betrachte ich die Raumfahrt als eine kulturelle Angelegenheit, als ein zutiefst humanistisches, in die Zukunft weisendes Projekt, so kann ich darauf nicht verzichten.
am 22.08.2003 / in gedanken
handys mit integriertem mp3 player sind schon eine gute idee. leider macht das mitgelieferte datenkabel für die serielle schnittstelle (!) das ganze in der praxis unbrauchbar – oder kurbelt den kartenleser verkauf an.
dass die mitgelieferten kopfhörer natürlich keinen üblichen klinkenstecker haben, war ja zu vermuten. bei nachkauf werden 50 euro fällig – so funktioniert marktwirtschaft. :-(
am 22.08.2003 / in zitate & fakten
Die Eislöwen stehen nicht allein bei der Stadt in der Kreide. Zum 30. Juni hatten der DSC Fußball 98 rund 117 000 Euro und der 1. FC Dynamo über 400 000 Euro Außenstände bei der Stadt. „Damit fehlen dem gesamten Sport in Dresden rund 700 000 Euro”, bedauert Raphael Beckmann, Leiter des städtischen Sportstätten- und Bäderbetriebes. Kleine Vereine haben es doch auch nicht leicht, aber sie zahlen ihre Schulden. Um die meist maroden Sportanlagen wenigstens einigermaßen in Schuss zu halten, benötigt die Stadt jeden Cent. Beckmann sieht deshalb auch keinen Grund, auf die Außenstände zu verzichten.
am 21.08.2003 / in zitate & fakten
Die Situation sei nicht so extrem schwierig gewesen, sagt er. Kritisch seien vor allem die Transporte zwischen einzelnen Verstecken der Entführer gewesen. Mehr als einmal habe sich bei diesen Verlegungen eines der Autos, mit denen sie transportiert wurden, überschlagen. Als besonders belastend, so Bracht, habe er jedoch empfunden, nicht zu wissen, wie es den Angehörigen zu Hause ging. Nach der Planung weiterer Sahara-Reisen gefragt, sagt Bracht, die Geiselnehmer hätten die Entführten eingeladen wiederzukommen. Andere sollten aber lieber nicht in die Gegend fahren. „In den nächsten Jahren wird die Sahara wohl nicht bereisbar sein”, erklärte Bracht.
am 20.08.2003 / in zitate & fakten
Eine Stoppuhr brauchen sie mittlerweile nicht mehr. „Wie lang 15 Minuten sind, habe ich im Gefühl”, sagt Volkmar Lanzendörfer. Der 57-Jährige ist einer der Haustechniker, die für die drei Dresdner Ibis-Hotels zuständig sind. 15 Minuten sind mittlerweile bei allen Angestellten eine feste Größe. Entdeckt der Gast einen Mangel in seinem Zimmer, hat das Team genau 900 Sekunden Zeit. Zur Behebung. Ansonsten bettet der Gast eine Nacht gratis sein Haupt.
am 19.08.2003 / in zitate & fakten
Sorgenvoll blickt Michael Lohnherr zum Himmel. Der Chef der Sächsischen Dampfschiffahrt hofft, dass es bald kräftig regnet ? möglichst in Tschechien. „Uns fehlen mindestens 13 Zentimeter Wasserstand”, sagt er. Damit ist unklar, ob die große Dampferparade am Sonnabend starten kann. Für sie sind bereits alle elf Schiffe ausverkauft. Doch bei dem niedrigen Wasserstand können nur noch die Dampfer „Diesbar”, „Krippen”, „Pirna” und „Rathen” sicher fahren. Das ist für eine Parade zu wenig.
Lohnherr hat sogar versucht, in Usti (Aussig) eine Welle zu kaufen. Dort wird das Wasser für drei Stromturbinen gestaut. Zahlt man einen Ausgleich für die Stromgewinnung ? etwa 10 000 Euro ? lassen die Tschechen das Wasser auch direkt in die Elbe fließen. Nach etwa 24 Stunden wäre die Welle in Dresden und würde für zwei bis vier Stunden den Wasserstand um etwa 20 Zentimeter erhöhen.