am 22.09.2003 / in zitate & fakten
Hildegard und Peter Hain, die mit ihrem Schmetterlingshaus auf der Landesgartenschau 2002 schon viele Neugierige anlockten, planen ein europaweit einmaliges Insektarium mit multimedialer Schau, Museum und Insektenzoo.
„Wir wollen durch eine Auswahl besonderer, spektakulärer, nützlicher und auch schädlicher Insekten einen Einblick in die faszinierende Welt der Tiere vermitteln”, erklärt Peter Hain. Und denkt beim Stichwort „spektakulär” als erstes an die Gottesanbeterinnen. Das sind räuberische Fangschrecken, die sich bis zur Unkenntlichkeit tarnen und so auf ihre Beute warten. Genauso aussehen wie eine Orchideenblüte oder wie trockenes Laub, ist für sie kein Problem. Auch die Monsterameise ist im Anmarsch auf Großenhain, die mit vier Zentimetern Länge größte und wohl pünktlichste Ameise überhaupt. Sie kommt nur einmal am Tag aus der Erde, aber danach kann man die Uhr stellen.
am 06.09.2003 / in zitate & fakten
Jetzt ist er so richtig in seinem Element: Kai Simons, Biologe und Genetiker, taucht tief in die Zelle ein. In Gedanken folgt er dort winzigsten Kanälen, Flüssen, Seen und Schleusen ? das sind die Zellmembranen, sagt er locker. Bildlicher geht es kaum. Und die Darstellung vom Innersten des Lebens fasziniert – ihn selbst auch. Kai Simons, Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik, ist so gar nicht der gesetzte Professor.
„Wir haben in der Zellmembran kleine Flöße, die sich vorwärts bewegen”, sagt Simons und langt mit den Händen danach, als könne er sie festhalten. Genau das will er auch, mit Chemie. „Auf diesen Flößen sitzen Proteine, die weitergeschickt werden.” Also Eiweißbausteine, die so ziemlich alle Funktionen oder Fehlfunktionen im Organismus steuern. Es sind die Schalter des Lebens. „Diese Flöße spielen damit die zentrale Rolle bei vielen Krankheiten”, erklärt Simons und nennt Alzheimer, Aids, Asthma, aber auch Schnupfen und Grippe. „Die Liste ist lang.”
am 30.08.2003 / in zitate & fakten
Am 1. September greifen die Bestimmungen des neuen Waffenrechtes. Dann ist der Erwerb und Besitz von Wurfsternen, Spring-, Fall-, Faust- und Butterflymessern verboten. Ein Vergehen kann danach mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.
„Ich appelliere nicht nur an Jugendliche, sondern auch an deren Eltern und andere Erwachsene”, sagt Sachsens Innenminister Horst Rasch. „Nutzen Sie die verbleibende Zeit, um die nach Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes erstmalig verbotenen Gegenstände unbrauchbar zu machen oder an Berechtigte zu übergeben.” Schon wer eine solche Waffe in seiner Schublade aufbewahre, mache sich strafbar. Alle Waffenbehörden und jede Polizeidienststelle stehen für die Waffenabgabe zur Verfügung.
am 25.08.2003 / in zitate & fakten
Marketing-Chef Christian Claussen wird nicht müde, den Künstlern die Architektur der Glasfabrik zu erklären. Er zeigt auf die Fertigung, sagt, dass dort alle Handgriffe geplant seien und die Formen deshalb rechteckig, kantig, digital. Auf der anderen Seite des Raumes steht eine Kugel, die einen Durchmesser von zwölf Metern hat und begehbar ist. Sie symbolisiere das Menschliche, Runde, Analoge. Und er sagt auch, dass sich das Gebläse während des Konzertes nicht abschalten lässt. Das Grundrauschen bleibt also, „sonst fällt alles zusammen„.
Außer der Suche nach Inspiration sind es vor allem die Rahmenbedingungen der Aufführung, die die jungen Komponisten an diesem Wochenende umtreibt. Die Produktion läuft weiter, erfahren sie, die Männer in weißen Schutzanzügen laufen trotz Musik hinter den Glasscheiben hin und her und tun hinter dem Rücken des Publikums das, was Autobauer „Hochzeit” nennen: Sie montieren Achsen und Unterboden an die Phaeton-Karosserie. Deshalb surren auch die Fahrstühle weiter, während das Orchester spielt.
am 16.08.2003 / in zitate & fakten
Die Gerüchte über die Ursache des Blackouts überschlugen sich: Der Verdacht fiel mal auf den geheimnisvollen Computervirus, der in den letzten Tagen für Schlagzeilen gesorgt hatte, mal auf einen angeblichen Blitzeinschlag in Kanada. Erst allmählich setzte sich die Erkenntnis durch, dass das Stromnetz möglicherweise einfach nur überlastet war.
Für New Yorker war es der heißeste Tag des Jahres, und möglicherweise hat das die Kettenreaktion ausgelöst: Je wärmer es wurde, desto mehr Strom verbrauchten die allgegenwärtigen Klimaanlagen bis schließlich das Stromnetz überlastet war, Teile ausfielen, andere Teile noch stärker belastet wurden und am Ende reihenweise Sicherungen herausflogen und die automatischen Abschaltprozesse der Kraftwerke einleiteten.
am 18.07.2003 / in zitate & fakten
Mandela reist um die Welt und durch Südafrika. Die Spur, die er im eigenen Land hinterlässt, ist deutlich sichtbar und besteht aus mehr als 150 Schulen und Kliniken in ländlichen Gebieten. Mandela hat sie nicht gebaut und nicht bezahlt – aber er hat Leute mit Geld dazu gebracht, dies zu tun. Keiner kann ihm widerstehen. Unternehmer, die gerade Investitionen in Höhe von mehr als einer Milliarde Rand bekannt geben, können gar nicht anders, wenn gleich danach plötzlich Nelson Mandela per Telefon anklingelt. Der lobt dann die Investition und fragt nach, ob denn nicht auch ein oder zwei Millionen für eine Schule abfallen können, damit das Unternehmen auch in Zukunft Fachkräfte hat? Bisher hat daraufhin niemand Nein sagen können. So wurde Mandela zum Schul- und Klinikbauer der Nation.
am 04.07.2003 / in zitate & fakten
Auch die Briten zahlen keinen Pfand auf Dosen. Auf der Insel wandert meist alles in den normalen Hausmüll, sogar Batterien. Die deutsche „Sortierwut” wird in Zeitungen des öfteren satirisch kommentiert. Der Manager Gordon Anderson aus London sagte kürzlich: „In Deutschland weiß man morgens immer gleich, welcher Wochentag es ist – man muss nur aus dem Fenster schauen: Montags ist Gelber-Tonnen-Tag, dienstags brauner…”
am 28.06.2003 / in zitate & fakten
Die geschäftsfördernde Wirkung von Golf ist unbestritten. Nach einer repräsentativen „Capital”-Umfrage unter Top-Managern kommen in der EU zwei drittel aller Geschäfte über acht Millionen Euro zu Stande, weil die Partner zusammen gegolft haben. Jeder fünfte golfende Chef geht sogar soweit, dass er seinen sportlichen Rivalen absichtlich gewinnen lässt – in der Hoffnung einen guten Deal zu landen.
am 24.06.2003 / in zitate & fakten
Morgens trinke ich Bier, aber nur zwei bis drei kleine Flaschen. Das mache ich immer, egal wie warm es ist. Die Bierchen bekommen mir auch bei Hitze wunderbar. Danach gibt´s dann nur noch Tee. Jeden Tag mindestens zwei Liter, manchmal auch drei.
am 14.06.2003 / in zitate & fakten
Die bei den Drogen-Ermittlungen gegen den TV-Moderator Michael Friedmann beschlagnahmten Päkchen enthielten Reste eines Kokain-Gemisches. Dies teilte die Berliner Justiz nach einer Analyse am Freitag mit. Justizsprecher Björn Retzlaff ließ offen, ob sich der Verdacht gegen den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden damit erhärtet habe. Genaueres erhoffen sich die Ermittler von einer Haar-Analyse. Das Ergebnis wird vermutlich am Ende kommender Woche vorliegen. Friedmann äußerte sich weiterhin nicht zu den Vorwürfen.