Illegale Preisabsprachen in der Müllbranche aufgedeckt.

300 Beamte haben gestern bundesweit die Geschäftsräume von mehr als 140 Müllentsorgern durchsucht, teilte die Kartellbehörde mit. In Sachsen waren 70 Beamte an der Aktion beteiligt, die sich auf den Raum Chemnitz und Dresden konzentrierte. Sie durchsuchten 15 Firmen, sagte Lothar Hofner, Sprecher des Landeskriminalamtes.
Nach Angaben der Kartellbehörde ist der Verdacht ordnungswidriger Preisabsprachen aufgetaucht, weil das Ergebnis der jüngsten öffentlichen Ausschreibung von Leistungsverträgen des Dualen Systems Deutschland (DSD) nicht dem entsprochen habe, was unter Wettbewerbsbedingungen zu erwarten gewesen wäre. In rund der Hälfte der Vertragsgebiete sei lediglich ein Angebot abgegeben worden, obwohl auch andere Unternehmen durchaus dazu in der Lage gewesen wären. In diesen Gebieten hätten die angebotenen Preise um rund 70 Prozent über den durchschnittlichen Billigpreisen in anderen Regionen gelegen.

Die Freiheit der Forschung in Amerika ist gefährdet.

„Wie in einem Polizeistaat” fühlt sich der Ingenieur Sanith Wijesinghe seit dem 11. September 2001 in den USA. Ausländische Studenten wagten nicht mehr, ihre Meinung zu sagen ? aus Angst, von der Bundespolizei FBI verhört zu werden, kritisiert der Doktorand für Luftfahrt und Weltraumtechnik am Massachusetts Institut für Technologie (MIT), einer der Eliteuniversitäten Amerikas. Sein Kommilitone Bilal Zuberi aus Pakistan musste dem FBI 45 Minuten lang Rede und Antwort stehen, um nicht noch kurz vor Ende seiner Doktorarbeit in Physikalischer Chemie des Landes verwiesen zu werden. […]
Dabei verhelfen ausländische Wissenschaftler und Studenten den USA maßgeblich zu ihrem Ruf als weltweiter Schrittmacher der Forschung. Am MIT bei Boston sind 39 Prozent aller graduierten Studenten aus dem Ausland. Landesweit werden fast ein Drittel aller Doktortitel und ein Viertel aller Diplome in Natur- und Ingenieurwissenschaften an Menschen ohne US-Staatsbürgerschaft vergeben. Mehr als ein Drittel aller amerikanischen Nobelpreisträger sind in einem anderen Land zur Welt gekommen, wie auch der gebürtige Schlesier Günter Blobel, der 1999 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Die Dresdner Kinolandschaft gehört offensichtlich mit zur besten in Mittelddeutschland.

Das Dresdner Kino im Dach ist mit dem Kinoprogrammpreis Mitteldeutschland für das beste Jahresfilmprogramm 2002 ausgezeichent worden. Der Preis ist mit 10 000 Euro ausgestattet. Weitere, mit 5000 Euro dotierte Auszeichnungen gingen unter anderem an das Filmtheater Schauburg, das Kino Casablanca und das Programmkino Ost in Dresden, wie die Mitteldeutsche Medienförderung als Preisvereliher gestern in Leipzig mitteilte. Um den Preis hatten sich knapp 30 gewerbliche Filmtheater aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beworben.

Dresdens Footballer haben ihre erste Saison in der GFL besser als erwartet beendet.

Die Punktspiel-Saison der Dresden Monarchs ist beendet. Nach zwölf Spielen liegen die Landeshauptstädter mit einer ausgeglichenen Bilanz von sechs Siegen und sechs Niederlagen auf Platz vier der German Football League (GFL) Nord. Damit stehen die Sachsen zum ersten Mal seit ihrem Bestehen im Endkampf der deutsche Meisterschaft. Ein Ergebnis mit dem vor Beginn der Spielserie 2003 keiner der Zweitliga-Aufsteiger gerechnet hätte.
„Wir wollten in diesem Jahr auf keinen Fall absteigen. Uns fehlte sowohl das Spielerpotential als auch die Erfahrung der anderen Mannschaften, um uns höhere Ziele stecken zu können. Als ich im März mit den Trainern unserer direkten Gegner telefonierte, bekam ich großen Respekt. Die hatten NFL-Europe- und Nationalspieler, starke europäische und amerikanische Zugänge sowie 60 bis 70 Mann starke Kader. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt knapp 40 Spieler in meiner Mannschaft”, berichtet Monarchs-Trainer Javier Cook.

Der amerikanische Magier David Blaine testet sich an die Grenzen des Menschenmöglichen.

Gleich neben der Tower-Brücke am Ufer der Themse in London schwebt US-Magier David Blaine (30) seit dem späten Freitagabend in einer Plexiglas-Box acht Meter über der Erde. Er will 44 Tage ohne Essen in dem zwei Mal zwei Meter großen Kasten ausharren. Etwa 4 000 Schaulustige stellten sich ein, um den Start von Blaines neuestem Stunt mit dem Titel „Above the Below” (Über dem Unteren) zu erleben. […]
Nach britischen Presseberichten dürfte Blaine in den 44 Tagen bis zum 19. Oktober etwa 20 Kilogramm abnehmen. Der Arzt Adam Carey, der ihn kurz vor Beginn des Abenteuers untersuchte, sagte dem „Daily Telegraph” (Sonnabendausgabe): „Vom medizinischen Standpunkt aus kann ich das nicht gut heißen. Persönlich denke ist, er ist ein bisschen verrückt.”

Wer Krankheiten heilen will, muss Floßfahrer werden.

Jetzt ist er so richtig in seinem Element: Kai Simons, Biologe und Genetiker, taucht tief in die Zelle ein. In Gedanken folgt er dort winzigsten Kanälen, Flüssen, Seen und Schleusen ? das sind die Zellmembranen, sagt er locker. Bildlicher geht es kaum. Und die Darstellung vom Innersten des Lebens fasziniert – ihn selbst auch. Kai Simons, Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik, ist so gar nicht der gesetzte Professor.
„Wir haben in der Zellmembran kleine Flöße, die sich vorwärts bewegen”, sagt Simons und langt mit den Händen danach, als könne er sie festhalten. Genau das will er auch, mit Chemie. „Auf diesen Flößen sitzen Proteine, die weitergeschickt werden.” Also Eiweißbausteine, die so ziemlich alle Funktionen oder Fehlfunktionen im Organismus steuern. Es sind die Schalter des Lebens. „Diese Flöße spielen damit die zentrale Rolle bei vielen Krankheiten”, erklärt Simons und nennt Alzheimer, Aids, Asthma, aber auch Schnupfen und Grippe. „Die Liste ist lang.”

Ist es die Luft, der Alkohol, Langeweile?

Spinnen die Finnen?, könnte reimend fragen, wer eine Liste der in diesem Jahr ausgerichteten „Weltmeisterschaften” bei den Nordeuropäern studiert. Darin nehmen sich die 4. Welttitelkämpfe im Handy-Weitwurf in Savonlinna fast normal aus, wenn man die Weltmeisterschaften im Dauersitzen auf einem Ameisenhaufen dagegenhält. Diese Veranstaltung konnte es an Schmerzhaftigkeit, nicht aber an Anziehungskraft mit der Weltmeisterschaft im Sauna-Dauersitzen aufnehmen, bei der in Helsinki um die Wette geschwitzt wurde.
Die wiederum zog immer noch weniger Zuschauer an als die 12. WM im Schlammfußball in den Sümpfen von Hyrynsalmi, wo Tausende die Akteure permanent in Bewegung sahen. Wer stehen blieb, musste mit dem sofortigen Versinken rechnen. Zu den größten Zuschauermagneten aber wurden die 8. Weltmeisterschaft für „Luftgitarristen” in Oulu und die 12. Weltmeisterschaft im Frauentragen. In Sonkajärvi bejubelten und belachten 11 000 Zuschauer an zwei Tagen Vor-, Zwischen- und Endläufe durch einen Wassergraben und über ziemlich hohe Hürden.