Wenn zwei sich streiten …

Die Gewerkschaft der Polizei in Sachsen kündigte jetzt an, dass man sich gegen diese Streichpläne vehement wehren will. Dazu gehöre auch, dass Polizisten beim Eintreiben von Bußgeldern notfalls bewusst nur noch Dienst nach Vorschrift leisten werden. Im Klartext heißt das, nicht überall wo eigentlich sofort der Block mit den Strafzetteln gezückt werden müsste, soll das auch geschehen.
Die Beamten zielen damit auf einen wunden Punkt, wie gestern das Innenministerium indirekt einräumen musste. So bestätigte Sprecher Thomas Uslaub, dass es für Delikte, die mit Bußgeldern geahndet werden, tatsächlich exakte „Zielvorgaben” für den Umfang der zu erfolgenden Kontrollen gibt. Diese seien in einem Katalog für einzelne Bereiche wie Alkohol- oder Drogendelikte bis hin zum Falschparken festgeschrieben.

Ein weiteres Indiz, dass der Anschlag auf das World Trade Center hätte verhindert werden können?

Der US-Geheimdienst CIA war einem der drei Hamburger Todespiloten vom 11. September 2001 offenbar bereits seit März 1999 auf der Spur. Nach Informationen der ARD und des Magazins „Stern” handelte es sich um Marwan al-Shehhi, der später die Boeing steuerte, die am 11. September 2001 in den Südturm des World Trade Centers in New York flog. Der CIA habe den Mann vor dem Terroranschlag jedoch gewähren lassen, heißt es in einem Bericht der beiden Medien.

Nennenswerte Mitteilung für Statistikfreunde.

Wenn das Statistische Bundesamt in Wiesbaden sich nicht verzählt hat, sind im vorigen Jahr 1,3 Millionen Rasenmäher nach Deutschland importiert worden. Das waren noch einmal 200 000 mehr als im Jahr zuvor. Der Handel in die Gegenrichtung sorgte für den Transport von 400 000 Rasenmähern aus Deutschland, teilte die Behörde gestern mit. Von den importierten waren fast 88 000 mit einem Sitz ausgestattet.

Einfallsreiche Satire stiftet Verwirrung.

Gefälschte Rundschreiben verunsichern zurzeit die Einwohner der Stadt Leipzig. Unter dem Briefkopf des Rathauses wird darin den Haushalten mitgeteilt, dass die Videoüberwachung in der Stadt erweitert werde. Dazu sollten sich die Bewohner bereithalten und entsprechende Installationsarbeiten vorbereiten, zitierte die Stadtverwaltung aus dem Anschreiben. Angeblich sollen 5000 Haushalte der Stadt überwacht werden. Das Rathaus erklärte dazu, diese Briefe seien gefälscht. Die Absicht, Privathaushalte zu observieren, habe es in der Veraltung nie gegeben.

Späte Einsicht.

Führende Experten des US-Militärs sind zu der Überzeugung gekommen, dass zwei im Irak entdeckte verdächtige Lastwagen-Anhänger harmlos sind. Wahrscheinlich seien die von Präsident George W. Bush als Biowaffenlabors bezeichneten Anhänger dazu benutzt worden, Wetterballons aufzublasen, berichtete die „New York Times”.
Nach dem Bericht der Zeitung sind die meisten Experten des Pentagon-Geheimdienstes zu der Erkenntnis gekommen, die Lastwagen-Anhänger seien harmlos. Die Zeitung berief sich dabei auf Regierungsmitarbeiter. Sowohl der US-Geheimdienst CIA als auch der militärische Geheimdienst hatten Ende Mai in einem Irak-Papier behauptet, beide Fahrzeuge seien mobile Biowaffenlabors. Diese Behauptung wurde auch von Bush mehrfach aufgegriffen.

Spieler der irakischen Fußballmannschaft durften sich keine Fehler leisten.

Die meisten Spieler sprechen sowieso nicht über die Vergangenheit. Zum Beispiel jener Verteidiger aus der U 21-Nationalmannschaft. Er verursachte 2001 in Argentinien gegen das deutsche Team einen Freistoß, sah die rote Karte, Deutschland gewann. Bei seiner Ankunft in Bagdad warteten schon die Schergen von Saddams Sohn Udais auf ihn: zwei Wochen Haft, Folterung. Inzwischen spielt er wieder ? und hat Saddams ältesten Sohn überlebt.

Der vergleichsweise geringe Einsatz führt zu einem vollbesetzen Wahlzettel bei der bevorstehenden Gouverneurswahl in Kalifornien.

Bis Sonnabend können sich noch weitere Kandidaten melden. Anders als bei regulären Gouverneurswahlen brauchen sie keine parteiinternen Vorwahlen durchlaufen, sondern müssen nur 65 Unterschriften vorweisen und 3 500 Dollar Gebühren bezahlen. Das seltene politische Spektakel, das auf ein bislang nie angewandtes Gesetz von 1911 zurückgeht, hat in den letzten Wochen schon über 100 Kandidaten auf den Plan gerufen. Larry Flynt, der Herausgeber des Porno-Magazins Hustler, ist einer von ihnen, doch auf dem Wahlzettel werden auch völlige Nobodys stehen. Auch Michael Jackson kandidiert. Nicht der Popstar, sondern ein Fernsehgerätetechniker gleichen Namens aus Los Angeles. Viel mehr politische Erfahrung als die Nobodys im Rennen hat auch Arnold Schwarzenegger nicht.

Kolumnistin Undine Materni über ihre Kollegin Lily Brett.

Mit derselben Beiläufigkeit, mit der sie alltägliche Szenen schildert, erzählt Lily Brett von den schockierenden Erfahrungen ihrer Eltern in Auschwitz. Quasi aus dem Nichts heraus, mitten in der Beschreibung einer Szene in einem Restaurant, konfrontiert sie den Leser mit der Bemerkung, dass ihr Vater miterlebt hätte, wie zwei Gestapo-Männer mit einem Neugeborenen Fußball spielten: „Einer der Offiziere aß einen Apfel, während er mit dem Kind dribbelte. Mein Vater, der damals hundert Pfund wog und sich gerade in die Wangen gekniffen hatte, um arbeitsfähig zu erscheinen, entschied, dass Gott definitiv nicht existiert.„

Vor 58 Jahren wurde die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen.

Es war kurz nach dem Frühstück am Morgen des 6. August 1945. Karl Luhmer, ein junger Jesuitenpriester, der 1937 von seinem Orden als Missionar nach Japan geschickt worden war, hatte gerade angefangen, das Brevier zu lesen. Es war der Tag der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor, und es wurde der Tag, nach dem die Erde nicht mehr dieselbe war. „Da sah ich im Süden, mir schien direkt hinter dem nächsten Hügel, eine hell-gelbe, leuchtend rot-violette Kugel erscheinen, die heller war als die Sonne”, erinnert Luhmer sich heute. Er sah die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte, und sie tötete 200 000 Menschen.

Eitle Italiener die sich keine Urlaubsreise leisten können werden zu stubenhockenden Schauspielern.

Den Urlaub zu Haue zu verbringen scheint in Italien eine Schande zu sein. Drei Millionen Italiener täuschen laut einer Studie vor, in den Ferien wegzufahren, obwohl sie wegen Geldmangels zu Hause bleiben. Nach Angaben von Psychologen füllen die Daheimgebliebenen ihren Kühlschrank mit Tiefkühlprodukten, um längere Zeit nicht aus dem Haus zu müssen. Damit die Kinder bei Laune bleiben, werden Video-Spiele und Bücher gekauft. Das Handy wird ausgestellt, beim Festnetztelefon der Anrufbeantworter eingeschaltet.