Wer Krankheiten heilen will, muss Floßfahrer werden.

Jetzt ist er so richtig in seinem Element: Kai Simons, Biologe und Genetiker, taucht tief in die Zelle ein. In Gedanken folgt er dort winzigsten Kanälen, Flüssen, Seen und Schleusen ? das sind die Zellmembranen, sagt er locker. Bildlicher geht es kaum. Und die Darstellung vom Innersten des Lebens fasziniert – ihn selbst auch. Kai Simons, Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik, ist so gar nicht der gesetzte Professor.
„Wir haben in der Zellmembran kleine Flöße, die sich vorwärts bewegen”, sagt Simons und langt mit den Händen danach, als könne er sie festhalten. Genau das will er auch, mit Chemie. „Auf diesen Flößen sitzen Proteine, die weitergeschickt werden.” Also Eiweißbausteine, die so ziemlich alle Funktionen oder Fehlfunktionen im Organismus steuern. Es sind die Schalter des Lebens. „Diese Flöße spielen damit die zentrale Rolle bei vielen Krankheiten”, erklärt Simons und nennt Alzheimer, Aids, Asthma, aber auch Schnupfen und Grippe. „Die Liste ist lang.”

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