In China war es bisher nicht nur die eigene Entscheidung ob und wann man heiratet.

Zuerst musste die Danwei zustimmen, die Arbeitseinheit. Oft kam es vor, dass einem „nahe gelegt” wurde, doch später zu heiraten und erst einmal einen Beitrag zum Aufbau des Sozialismus zu leisten. Ohne Zustimmungserklärung des Betriebes jedenfalls lief gar nichts. Dann war das Nachbarschaftskomitee zu befragen. Der zumeist aus verdienten Rentnern bestehende Verein ist in den meisten Wohngebieten präsent. Die rüstigen Alten überwachten lange die politische Zuverlässigkeit der Bürger, aber auch die Sittlichkeit. Tauchten Zweifel an den redlichen Absichten und der Moral der jungen Leute auf, verweigerten sie auch mal den notwendigen Stempel für die Heirat. Lästig waren auch die ärztlichen Untersuchungen, erinnert sich Li. Wer ein ernstes Gebrechen oder gar Aids hatte, durfte ebenfalls nicht heiraten. Jetzt will der Staat die Heirat vereinfachen.

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