Fee-Splitting deluxe auf Kosten des Internationalen Gerichtshofs.

Seit Ende Mai gibt es für alle vom Jugoslawien-Tribunal in Den Haag gesuchten Bürger Serbiens und Montenegros die Möglichkeit, ein Stipendium der Regierung in Anspruch zu nehmen. Die zahlt jedem, der sich freiwillig stellt, 200 Euro pro Monat in der U-Haft und 7600 Euro pro Jahr an Reisekosten an die engste Verwandschaft. Belgrad hat dabei peinlich genau darauf geachtet, mit den 200 Euro monatlich nicht die Grenze zu überschreiten, ab der ein Angeklagter für seine Verteidigung selbst aufkommen muss. Denn dann entginge ihm noch eine weitere Chance, sich hinter Gittern zu bereichern. Da die Stundensätze des Jugoslawien-Tribunals für Pflichtverteidiger deutlich über denen für Belgrader Anwälte liegen, muss ein Angeklagter nur einen Deal mit seinem Anwalt machen: Dafür, dass dieser den Zuschlag bekommt, gibt er einen Teil seines Honorars an die Familie des Angeklagten ab.

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